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«Freundschaft Genossin» – BUCH BLOG

17.02.2021 Allgemein Keine Kommentare

 

Das Jahr 2021 habe ich mit einem Experiment begonnen: Ich versuche, den einsamen Prozess des Schreibens zu dokumentieren, allerdings natürlich nur sehr punktuell. Es geht um mein neues Buch, dritter Band einer Trilogie, mit dem Arbeitstitel «Freundschaft Genossin».

Mit dem BUCH-BLOG dokumentiere ich die Entstehung eines Romans. Ich habe das Experiment auch auf eine gleichnamigen Facebook-Seite ausgedehnt: Freundschaft Genossin @fraukoppensteiner.

Was ich versuche, ist das Gegenteil des Schreibens im klassischen Elfenbeinturm. Schon der Anfang der Geschichte, der Entstehungsprozess, ist laut, nicht still. Das hat sicherliche auch mit der Covid-19 Pandemie zu tun und unserer kollektiven Erfahrung des Rückzugs.

In den letzten Monaten von 2020 war ich mit BONSAI beschäftigt, den Korrekturen im Layout, dem Warten auf das Buch, der Mithilfe beim Vermarkten, Video-Lesungen, Zoom Lesungen. Es war schwierig  unter  Pandemie-Bedingungen mit geschlossenen Buchhandlungen das Buch zu seinen Lesern zu bringen.

Und nun kommt sie fröhlich daher, sagt «Freundschaft Genossin», die Muse, sie ist diesmal mein inneres Kind, das habe ich schon herausgefunden, seit ich mit der Arbeit begann. Seit fast einem Jahr trage ich neue Ideen mit mir herum, ab und zu taucht etwas auf, eine Idee, einige Sätze, ich notiere, sinniere, träume. „Freundschaft Genossin“ kommt auf die Welt.

In den letzten Wochen sortierte ich bereits vorhandenes Material, das sich angesammelt hatte, Notizen.

Ich durchsuchte auch mein Fotoarchiv – alte Schwarzweiss Fotos schickten mich auf Zeitreisen.

Zu Beginn einer langen Kunst-Arbeit finde ich es nicht nötig, mich zu disziplinieren oder vor Ort einzufinden. Es ist zu früh, um in einen kontinuierlichen Arbeitsfluss einzutreten. In dieser Phase des Sammelns und Sortierens, erster Schreibversuche und der Recherche, ist das fruchtbare Chaos erlaubt. Es ist ein wenig, wie einen Hefe-Teig zubereiten: Alle Zutaten müssen zusammenkommen, nur so laufen chemische Prozesse ab. Ich gebe mir selbst den Raum unerwartetes zu entdecken, neue Perspektiven für mich zu öffnen.

Beispiel: wenn ich Hausarbeit mache, oder, wie kürzlich, einen Pullover stricke, dann sehe ich mir gleichzeitig YouTube Videos an. Meistens sind es Vorträge. Plötzlich tauchen ganz unerwartete Querverbindungen zu meinen Themen auf. Diese Themen, haben sich im letzten Jahr langsam zusammengefunden.

 

 

Themen-Liste – wie strahlende Blüten

  1. Wie ist es, wenn Menschen, so wie ich es in Wien als Kind erlebt habe, einander mit «Freundschaft Genosse» (oder jetzt, zB «Hello brother!») grüssen? Die Essenz davon ist das Wort «Freundschaft!» oder Verwandtschaft, also nicht «Verschwinde!» oder «Lass mich in Ruhe!» oder das distanzierende Schweizer«Grüezi!».
  2. Die alte Utopie des sozialistisch agierenden Kollektivs.
  3. Die Generation der kritischen, spirituellen und/oder politischen Avantgarde der 1960er/70er Jahre trifft auf die sehr jungen «Klima-Streiker» und «Rebellen» (zB «Extinction Rebels»). War ich doch selbst einmal Rebellin.
  4. Was können diese so unterschiedlichen Altersgruppen einander geben?
  5. Meine Kindheit in einer sozialistisch-kommunistischen Arbeiterfamilie in Wien.
  6. Das andere wichtige Wort aus meiner Kindheit und Jugend, das mir als ein Schlüsselwort für 2021erscheint ist das Wort«Solidarität».Ich will es aus meiner Erfahrung/Lebensgeschichte hervorholen und beobachten.
  7. «Bodhicharyavatara»von Shantideva.  Das ist ein buddhistischer Text aus Indien, dem 8. Jhd.  Studien, Themen, Exzerpte = Die Lebensweise eines Bodhisattva als gelebte und aktive Freundschaft mit allen Lebewesen.
  8. Globale Situation Pandemie Covid-19 und Mutationen.
  9. Schön wäre, könnte ich mehr über Viren und Bakterien lernen, das will ich schon lange. Lynn Margulis’ Buch aus den 1990ern: «Die andere Evolution» hat mich vor etwa einem Jahr auf diese Spur gebracht.

Orte der Handlung  Noch nicht entschieden.

Aus den ersten Ausflügen zur Inspiration und aus den ersten Skizzen scheint sich als Ort der Handlung wieder «Das Seehotel» am grünen See herauszukristallisieren. Anmerkung für die BLOG-LeserInnen: «Das Seehotel» ist ein frei erfundener Ort an einem konkret existierenden Bergsee. Dort ist der «Der Pilgerweg heim» (Teil 1) grösstenteils angesiedelt.

Personen  Wird das Seehotel noch einmal Ort der Handlung, dann wird es wohl noch immer von Adelheid und Franco bewohnt sein wird. Für die Jugendlichen will ich recherchieren, da freue ich mich drauf. Ich habe in meinem Umfeld leider keine jungen, verletzlichen «Extinction Rebels».

 

Erstes Vorgehen

 

Internet-Recherche zu den Themen «Klimastreik» und «Extinction Rebellion». Dass ausgerechnet zu Beginn dieser Arbeit, Anfang Januar 2021, eine Zoom-Begegnung zwischen SH 14. Dalai Lama und Greta Thunberg stattfindet, freut mich. Diese Begegnung, auch mit den Wissenschaftlern, drückt genau das aus, worum es in dem Text gehen soll –  die Querverbindungen zwischen vielen kraftvollen und herzlichen alten Traditionen und neuen Bewegungen.

In meinem Büro-Computer habe ich schon drei Ordner für die neuen Texte und auch für diesen BLOG angelegt. Steht alles mit rotem Punkt markiert auf dem Desktop.

Der erste materielle Kartonordner steht auch schon da: mit Blumen bedruckt, aus Italien mitgebracht. Darin habe ich die ersten ausgedruckten ersten Texte gesammelt.

 

* Wichtig: ich habe bereits einen neuen USB Stick aus der Verpackung geholt. Darauf wird die jeweils letzte Version von «Freundschaft Genossin» täglich abgespeichert und ausserhalb des Büros deponiert.

Einmal monatlich soll dieser BLOG ZUM BUCH erscheinen. Ich freue mich sehr wenn möglichst viele an kreativer Arbeit Interessierte diesen Blog lesen, davon inspiriert werden –  und ihn auch weiterempfehlen.

«Freundschaft Genossin»

25.01.2021 Allgemein Keine Kommentare

TRAILER

Nach dem Erscheinen von BONSAI gab es für mich keinen direkten Austausch mit Publikum, keine Lesungen. Ab und zu nehmen wir eine kurze Lesung mit Video auf. Ein Buch loszulassen ist auch Teil des Schaffensprozesses. BONSAI ist nun seit zwei Monaten auf seiner Reise zu den Menschen, unter erschwerten Covid-19 Bedingungen. Ich spüre nach einigen Monaten Schaffenspause wieder genug Kraft, um mein nächstes Schreib-Projekt anzugehen.

Das Arbeits-Jahr 2021 beginnt für mich in meinem Bienenhaus-Atelier mit einem Experiment. «Freundschaft Genossin» ist der Arbeitstitel des neuen Buch-Projektes. Intensiv an einer Blog-Serie darüber zu arbeiten ist Teil der Vorgabe an mich.

Während ich mir überlegte, wie ich diesen BUCH BLOG gestalten sollte, fand eine Zoom-Begegnung zwischen SH. Dalai Lama, einigen Wissenschaftlern und Greta Thunbergstatt. Weil es genau um diese Thematik in «Freundschaft Genossin» gehen soll, hat mich dieser Zufall sehr gefreut. Es geht um Begegnung von verschiedenen Welten, die Interaktion von zwei unterschiedlichen Generationen mit ganz verschiedenartigen Erfahrungen und Hintergrund, die einander im Austausch bereichern könnten.

BLOG ALS KUNST?

Wird es Menschen interessieren, die Entstehungsgeschichte dieses Buch-Projektes in einem BLOG mit zu verfolgen? Wird es mir gelingen, den Prozess des Schreibens interessant zu dokumentieren? Kann dieser BLOG die Mauer um den Elfenbeinturm der Schreibenden durchsichtig machen – vielleicht in ein Netz aus Verbindungen verwandeln? Werden verschiedene Zeiten und Räume zueinander finden?

Anfang Februar werde ich damit beginnen, den Schreibprozess selbst darzustellen und zu dokumentieren. Ob es einfach ein gutes  Arbeits-Tagebuch wird? Oder könnte mehr entstehen, etwas ganz Eigenes, vielleicht ein Internet/Blog-Buch?

Der nächste Eintrag auf diesem BUCH BLOG am 1. Februar 2021 wird  bereits das erste Mal die Entstehungsgeschichte von «Freundschaft Genossin»dokumentieren. Drei- bis viermal im Monat wird der BUCH BLOG danach Neues aus der Schreib-Werkstatt erzählen. Es ist ein Experiment mit ungewissem Ausgang. Ich freue mich sehr darauf.