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Die Autorin und ihre Exel-Datei

04.02.2022 Allgemein Keine Kommentare

 

 

Cornell (14), der jüngste im Camp und Piet (18), sein älterer Bruder – diese Beiden gibt es schon längere Zeit in der Dramaturgie von «Freundschaft Genossin», dem Roman, an dem ich gerade schreibe. Ihre «Figuren» habe ich bereits handschriftlich notiert und immer wieder ergänzt. Beispielsweise: „Cornell ist ein überbegabter Schulversager, kann noch nicht wirklich lesen. Er ist fast durchscheinend, hellhäutig, blond, schlaksig, hat riesige helle Augen, ist der jüngste im Camp. Er verlässt seine Welt des „Gamens“ für einige Salatpflanzen im Gemüsegarten. Dort findet er nachts den Vollmond und wird zum Poeten.“ Für ihn habe ich die Geschichte „Erzählung unter dem Regenmond“ geschrieben – meine Homage an den japanischen Regisseur Kenji Migoguchi.

Weitere Figuren sind ebenfalls schon Teil der Geschichte: «Tai», zum Beispiel, wurde von einer gesichtslosen jungen Frau (18) innerhalb eines Kapitels zu einer lebendigen Figur, die in der Folge die Geschichte mitbestimmte. Sie erzählt Adelheid einmal in einem Kapitel von ihrer Mühe beim abendlichen Zusammenkommen der «Klima-CamperInnen» im Seehotel und entpuppt sich dabei als weitgereistes junges Mädchen mit wilder Natur und dem tiefen Leiden eines vaterlosen Teenagers.

Der Text «Freundschaft Genossin» soll im Februar schnell weiterwachsen. Ich habe lange genug experimentiert, nun ist es Zeit, zu handeln – in diesem Fall: zu schreiben. Einige Geschichten sind zwar schon als Ideen oder Notizen vorhanden, aber noch nicht fertig geschrieben oder zu wenig ausgearbeitet.

In den letzten Tagen wollte ich mich aus diesem Grund endlich wieder «der Exel-Datei» zuwenden und die bereits aufgetauchten Figuren der «Klima-CamperInnen am See» festschreiben. Von denjenigen, die bereits Namen hatten, kannte ich bereits teilweise die Statur, Haarfarbe, Augenfarbe, falls nicht, überlegte ich, versuchte mir die Figur vorzustellen. In eine weitere Rubrik der Datei  schreibe ich kurze Angaben zu bereits bekannten Charakter-Eigenschaften, eine weitere mit der Geschichte der Figur und Eigenheiten.

In der Datei ging ich auch die Figuren durch, die ich aus dem ersten Teil der Trilogie «Der Pilgerweg heim», erschienen 2015, kopiert und übernommen hatte. Ich las aufmerksam, was die speziellen Merkmale von – beispielsweise – Franco sind. Ich hatte seine „Adlerschnabel-Nase“ vergessen, aber nicht seine Art, sich oft wie ein Komiker zu bewegen, und auch nicht seine Herzensgüte. Er wird in diesem dritten Teil der Trilogie einige Jahre älter sein – ich rechnete nach – ist er zur Zeit 75? Als ich diesen Teil der Arbeit beendet hatte, kam der nächste Schritt, der etwas Mut benötigte. Meine Aufgabe war es, noch einige Figuren zu erfinden, damit eine heftigere Dynamik entstehen kann, oder Wellen, auf denen ich die Geschichten fertig schreiben kann.

Zu Beginn des Projekts «Freundschaft Genossin», 2020, hatte ich mir die jeweils zehn am meisten verwendeten Vornamen, sowohl männliche wie weibliche, aus einem Namensregister der Geburten aus den Jahren von 1999 – 2003 herausgesucht.

Aus dieser Liste wollte ich vorgestern Vormittag noch einige Namen für die Figuren auswählen, die noch schemenhaft und zum Teil namenlos waren. Die also noch ein Schattendasein fristeten, noch nicht wirklich ihren Auftritt gehabt hatten, in «Freundschaft Genossin!»

Zu Lili und Joshua, die, ebenso wie die oben erwähnten drei schon eigene Geschichte (im Buch) geschrieben hatten, suchte ich nun die dramaturgisch passenden:

Leila, Tai’s kleine Schwester kommt mit deren Mutter Brigitte und der Grossmutter «JoNonna» nur gelegentlich aus der Stadt an den See. Martin und Rosmarie sind Figuren aus dem «Pilgerweg heim». Sie suche ich in der kopierten alten Exel-Datei, verändere die Altersangaben. Sie haben drei Kinder, nur von einem weiss ich noch den Namen: Heidi. Die anderen beiden finde ich in der Datei – Altersangaben ändere ich. Sie sind die Familie Biobauern auf dem Hof, der in der Nachbarschaft des «Seehotels» ist. Dort, bei ihnen wohnen und arbeiten in einem Bergbauern-Projekt Freiwillige den Sommer über: einer heisst nun Finn – er ist ein ausgestiegener Landschaftsgärtner, ein körperlich starker junger Mann in den Zwanzigern. Die zweite Freiwillige auf dem Hof ist Lili, eine unzufriedene Biologiestudentin, die zu Albträumen neigt und gerne in die Felsen klettern geht. Sie hat bereits ein ganzes Kapitel für sich bekommen. Lili hat «Die letzte Geschichte» erzählt. Die ist mir gut gelungen.

Am Ende des Vormittags hatte ich ein Trüppchen neu Erfundener vor mir und war erleichtert.

Die neu benannten und erst kürzlich mit dem Fleisch der Eigenschaften versehenen Figuren heissen: Klara, Greta, Ida und Daniel. Damit die Geschichte von den Kids im Klima-Camp am Grünen See nicht zu sehr ins mittelständische Idyll abgleitet (soweit in diesen Pandemie-Zeiten noch irgendwo ein Idyll verortet werden kann), ist Greta, 20, arbeitende Botanik-Studentin, Tochter von italienischen Einwanderern und Daniel ist 17, Kantonsschüler, ein strebsamer, stiller Sohn bosnischer Einwanderer, beide «mit dem Auftrag beladen, es später besser zu haben».

Ich freue mich schon auf die Arbeit mit all den neuen Charakteren – die nächste Woche werde ich Überstunden machen, so viel auf einmal fällt mir ein. Die neue Dynamik der Geschichte ist – was die vielen Ideen betrifft – bereits im vollen Gang. Es ist wie Tauchgang in klarem Wasser.

 

Inter-Being

27.12.2021 Allgemein Keine Kommentare

Zutiefst miteinander verwoben sein

Der Begriff «Interbeing», ist ein neuer und komplexer Fachbegriff. Ursprünglich vom vietnamesischen Mönch und späterem Friedensnobel-Preisträger Thich Nhat Hanh geprägt, oder «erschaffen» wird dieser Begriff mittlerweile breit gestreut in Philosophie, Ökologie, Ökonomie und Tiefenökologie und deren Mischgebieten verwendet.  Die von Thich Nhat Hanh in den Neunzehnhundertsechzigerjahren während des Vietnamkrieges ins Leben gerufene Bewegung nannte er «Order of Interbeing», deutsch: «Orden des Inter-Seins».  Es geht dabei um «Engaged Buddhism», also «Buddhismus, der eingreift».  Schon öfter habe ich mich gefragt, warum dieser Begriff so populär geworden ist, obwohl nicht sehr klar scheint, was er eigentlich bedeutet. Denn eigentlich mischt sich Buddhismus nicht ein.

In diesem BLOG-Beitrag will ich Einblick geben in die Art, wie meine tägliche Arbeit als Kunstschaffende vor sich geht, wenn ich gerade nicht schreibe. Denn ich lese und studiere fast täglich einige Stunden. Für mich ist «ständiges Weiterlernen» so wichtig wie meine Nahrung. Zum Schreiben gehört für mich das Lesen. Ich lese sehr viel über Philosophie, Buddhismus, Ökologie. Der Begriff «Interbeing» tauchte in den vergangenen Jahren vielerorts auf. Ich finde ihn in der ökologischen Ökonomie des Charles Eisenstein ebenso wie in der «Tiefenökologie» bei Joanna Macey, in philosophischen Essays und bei Ankündigungen von Achtsamkeits- oder Meditations-Retreats.

Der Begriff «Interbeing» begleitet mich seit Jahrzehnten. Er ist sicherlich durch die wissenschaftliche Erklärung der «Systemtheorie» erweitert und dadurch bekannter geworden.

Ich hatte das Glück beim Umzug von «garudabooks», der Buchhandlung meines Mannes, in der Abteilung für alte Bücher, eine erste englischsprachige Fassung der Statuten und Grundlagen für den «Order of Interbeing» zu finden. So konnte ich mir ein direktes Bild davon machen, wie der Zen-Meister Thich Nhat Hanh diesen Begriff ursprünglich verwendete und was er genau damit meint. Als ich das Buch in mein Büro mitnahm und darin las, machte ich mir für meinen Ordner «Material für Freundschaft Genossin» Notizen und Exzerpte. Dabei kam mir die Idee, Teile davon in diesem Blog zu veröffentlichen. Für diejenigen, die mehr über meine Arbeit erfahren wollen ist das sicherlich ebenso interessant wie für jene, die sich für das Konzept, den Begriff «Interbeing» interessieren. Deshalb beschreibe ich kurz, was dieser Begriff «Interbeing» alles zu bieten hat. Es sind Auszüge aus dem ersten Kapitel dieses Buches «The meaning of tiep hien»

Tiep hien ist ein vietnamesischer buddhistischer Begriff, für den es scheinbar keine andere Übersetzung in westliche Sprachen gab als «Interbeing». Er besteht aus tiep, was soviel wie «in Kontakt oder Berührung sein mit» bedeutet, und auch: «fortsetzen». Der Begriff hien kann als «Erkenntnis» oder auch «etwas jetzt hier tun» übersetzt werden.

Das, womit wir «in Kontakt sein» sollten, ist die Realität, lese ich in der Beschreibung des Autors über seine Wahl der Übersetzung und der Begriffe. Und zwar im Kontakt mit der Realität der Welt und der Realität unseres Geistes. Wer sich dieser Realität bewusst ist und in Verbindung steht mit den Prozessen, die sich innerlich auf unserer geistigen Ebene abspielen, kommt früher oder später in Berührung mit dem was wir unsere wahre geistige Fähigkeit nennen könnten, «True Mind» in der englischen Version der Übersetzung. Zu viele Menschen, so heisst es, unterscheiden zwischen einer inneren Welt des eigenen Geistes und der Welt «draussen». Doch diese Welten seien keinesfalls getrennt. Mit der Realität der Welt in Kontakt zu sein bedeutet, mit allem, was rund um uns besteht, in Kontakt zu sein, mit Glück und Leiden. Zusammenfassung: «Wenn wir die Welt verstehen, verstehen wir auch unseren Geist. Das wird die «äussere Einheit von Geist und Welt genannt».

Was das Konzept von «Fortsetzung» betrifft, so bedeutet tiep zwei Stricke zusammenzubinden, um daraus ein noch längeres Seil herzustellen. Hier gehe es um die ‘Ausweitung der Laufbahn der Erleuchtung, die mit den ersten Buddhas und Bodhisattvas begonnen hat’.

Hien bedeutet «zu verwirklichen», nicht in der Welt von Doktrinen und Ideen gefangen zu sein, sondern stattdessen Verwirklichung und Mitgefühl als Realität zu leben. Es bedeutet nicht, zuerst zu handeln, sondern zuerst sich selbst zu verändern. Wenn wir Freude und Glück mit anderen teilen wollen, dann ist es notwendig, dass zuerst Freude und Glück in uns selbst entstehen.

«Hier und jetzt tun» ist der vierte der Begriffe, aus denen «Interbeing» ursprünglich besteht. Nur der gegenwärtige Moment steht uns als unsere Realität zur Verfügung. Der Friede, nach dem wir uns sehnen, befindet sich nicht in einer fernen Zukunft, sondern ist etwas, das wir nur im gegenwärtigen Moment verwirklichen können.


 

Quelle: «Interbeing. Fourteen Guidelines for Engaged Buddhism” Thich Nhat Hanh, Parallax Press 1987

 

 

Erzählen auf dem Wind

02.09.2021 Allgemein Keine Kommentare

Erzählen auf dem Wind

Stille – wie drücke ich Stille aus – im Erzählen mit Worten?

Wie im vorhergehenden Blogbeitrag über die Entstehung des neuen Romans «freundschaft genossin», versuche ich auch hier zu beschreiben, wie ich  mich im Erzählen einer Geschichte übe. Eine Geschichte schreiben will ich, so leicht, wie auf eine Brise Wind gesprochen .

Im «Maiskorn» erzählt «die neue Frau» Nora eine Verflechtung von Geschichten aus der Vergangenheit. Die Vergangenheit kommt dadurch nicht zurück. Aus unserer Vergangenheit sind uns vage Bilder geblieben, Gesichter längst Verstorbener, Eindrücke, Gerüche, Kinder. Alles wird erzählt. Ich bin die Erzählerin, die erzählt, wie jemand anderer erzählt, was ich erzählen möchte. Bilder verweilen kurz, innerlich in Schwebe, auch Klangbilder, während die Protagonisten jeder einzelnen Geschichte von «freundschaft genossin» ihr Erzählen fortsetzen und immer wieder alles ins Leben rufen. Sie erzählen einander die Welt, eine bessere Welt, eine alte Welt, eine stille oder eine laute Welt.

Kaum je befinden sie sich dabei in der Gegenwart. Ist es ihr Abschweifen in die Vergangenheit, das die Welt nicht neu erschafft? Kann eine neue Art des Erzählers die Welt verändern?

Die Erzählenden im Kapitel «Maiskorn», lauschen gelegentlich, innehaltend im Fluss der Wörter, so wie ich jetzt: hinhören auf die leisen Töne, etwa wie der Wind im Gelb der Maisblüten klingt, die Melodie der Pappeln am Bach, das langsame Schwinden der Grillengesänge im September, eine Fremdsprache, und wieder ein Flugzeug hoch am Himmel.

Um diese Spannung der Stille im Worteflechten halten zu können, tut es mir manchmal gut, einfach wegzugehen. Ich nehme mir einen halben Tag frei.

Kreativität will immer wieder genährt sein. Ich fahre an einem Nachmittag vom Bauernland weg, spontan und planlos, an einen Ort, der mich inspiriert – ich fahre «in die Stadt». Diesmal ist es, wieder einmal, das Rietberg Museum in Zürich, wo ich lande.

 

 

 

 

Eine alte chinesiche Holzfigur, grösser als ich selbst.

Die Bronze-Statuen aus dem Himalaya-Raum, bis ins 8. Jahrhundert zurückdatiert, strahlende Stille.

 

 

Ich verliere mich im Tanz  der alten Tonfiguren,

tanze  mich durch tausende von Jahren, durch mich, in die Welt.

 

BLOG ZUM BUCH: «freundschaft genossin» ist ein neuer Roman, an dem ich schreibe. In diesem BLOG berichte ich über das Arbeiten am Text.

Einfach weg

12.06.2021 Allgemein Keine Kommentare

BLOG ZUM BUCH: «Freundschaft Genossin» ist ein neuer Roman an dem ich schreibe. In diesem BLOG will ich über die Arbeit am Text berichten.

Arbeiten an einem Roman ist Arbeit wie jede andere auch. In den vergangenen Monaten setzte ich mir für die Schreibarbeit täglich einen Zeitbereich von etwa vier Stunden. Für die anderen Arbeiten, zu der beispielsweise auch dieser Blog gehört, oder das Organisieren und Vorbereiten der Kurse, aber auch eine experimentelle Facebook-Seite, die ich mittlerweile wieder still gelegt habe, sowie für Emails gebe ich täglich weitere ein bis drei Stunden her.

Für diesen dritten Teil der Trilogie mit Arbeitstitel «Freundschaft Genossin» habe ich keine Abgabe-Frist. Von mir aus würde ich das Buch Ende 2021 fertig für das Lektorat haben. Das Thema ist aktuell, wie immer experimentiere ich viel, trotzdem möchte ich das Buch gerne bald abschliessen.

Mit einiger Dringlichkeit und Eile schreibe ich heute – offline – diesen neuen Blog-Beitrag für die Entstehungsgeschichte des Romans. Ich werde ihn später ins Internet hochladen. Der erste Beitrag des Monats ist ausgefallen. Warum?

Ich habe meine Arbeit unterbrochen und bin einfach weggefahren. Die während der letzten Covid Pandemie-Wellen lange gewünschten «Ferien», dieser Wunsch «Endlich Tapetenwechsel!» ist Wirklichkeit. Wieder, wie schon im letzten Herbst (siehe Blogbeitrag im September 2020), habe ich mich in eine Hütte ohne Internet und Telefonanschluss zurückgezogen. Diesmal gemeinsam mit meinem Mann. Wir geniessen die Nähe, die uns die kleine Grundfläche der Steinhütte vorgibt – 16m2 unten, 16m2 oben, eine steile Treppe zwischen den beiden Räumen. Viel freier Raum ist in der Natur draussen, das wilde Land eines buddhistischen Zentrums als Nachbar, freundschaftliches Land. Die Wildschweine sind schwarz, das Stachelschwein treffen wir erst gegen Mitternacht, die Rehe bellen, eine helle Eule jagt auch tagsüber, gleitet in geringer Höhe über die grasigen Hügel, die Macchia. Die Schafherde eines Nachbarn, dessen Haus weit weg ist, wird mittlerweile von sechs grosse Hirtenhunden begleitet. Ich beobachte Hunde und Herde fast täglich. Es ist faszinierend wie die Maremmanen scheinbar ohne Kommando die grosse Herde leiten (und schützen).

Eigentlich wollte ich in der vergangenen Woche hier weiterarbeiten. Laptop, Bücher, Notizhefte waren bereit, zwei Bücher zum Lesen waren mitgekommen. Das eine Buch ist «Klima» von Charles Eisenstein, deutsche Version, das zweite «Training in Tenderness» von Dzigar Kongtrul Rinpoche. Während einiger Tage voller Gewitter, Regen und Regenbogen las ich gelegentlich, dabei wurde die Zeit immer langsamer. Eine vertraute, tiefe innere Ruhe erschien und blieb. Einfachheit im hier-Sein bestimmt die Tage, Ambitionen klangen ab wie Zahnschmerzen. Immer weniger kamen innere Kommandos wie: «Müssen, Sollen, Wollen». Stattdessen war ich in einem Raum der Ruhe und auch der Müdigkeit angekommen.

Da erst bemerkte ich, wie auch mir die Unsicherheiten der Covid-19 Pandemie, samt allen Variationen, Kraft gekostet haben. Das Navigieren zwischen öffentlichen und privaten Meinungen, mir Eingestehen, immer wieder, dass ich selbst nicht Bescheid weiss, aber sicherlich keine Sündenböcke benötige, das Recherchieren in Wissenschafts-Reports, die Impf-Entscheidung, das freundliche und bestimmte Wiedersprechen, wenn liebe Bekannte plötzlich in Internet-Echokammern der Paranoia abglitten. Alles das hat offensichtlich mehr Kraft gekostet, als ich eigentlich zur Verfügung hatte. Nun kann ich müde sein.

Manchmal wurde in dieser kurzen und dramatischen Vergangenheit des letzten Winters auch das Schreiben mühevoller. Die Inspiration kam immer wieder zurück, weil in diesem dritten Teil der Roman-Trilogie mein Thema «Unsere gemeinsame neue Welt» ist. Das «Wir» steht im Mittelpunkt dieses dritten Teils. Diese «Neue Welt» gestalte ich im Erzählen, bewusst: «Freundschaft Genossin» ist mein Betrag zum inneren Wachstum aller, auch meiner selbst. Ich erfreue mich an dieser Arbeit, meine Fürsorge und Liebe sprudelt über die Geschichte in meine Mitwelt. Kritik wird pointiert gesetzt, klar, und doch, nebenbei, innerhalb einer Geschichte.

Allerdings hatte ich bei unserer Abreise nicht mit dieser Müdigkeit gerechnet. Ich habe ihr nachgegeben, von ihr gekostet, sie kuriert, ausgeschlafen. Viele der Freunde hier in Italien sind von den mehr als einem Jahr Pandemie sehr mitgenommen. Es hat hier strengere Regeln gegeben, als in der Schweiz, und dramatischere wirtschaftliche Konsequenzen. Ich spüre auch ihre Unsicherheit, ihre Verwandlung, Traurigkeit, wilder Mut?

Langsam kommt die Sonne hervor.

Noch einige Tage hier, im «Parco Naturale» mit dem Dickicht der Gräser und grünen Pflanzen, den wilden Tieren, nachts mit dem Gesang der Nachtigall, dann kehre ich zurück in mein Büro in die Schweiz. Die Arbeit am Roman wird wieder Fahrt aufnehmen. Ich sehe ein grosses Boot mit geblähten Segeln schnell über das Wasser gleiten.

Schicht-Wechsel

02.04.2021 Allgemein Keine Kommentare

BLOG ZUM BUCH: «Freundschaft Genossin» ist ein neuer Roman an dem ich schreibe. In diesem BLOG will ich einmal pro Monat über die Arbeit am Text berichten.

Die Arbeit am Text «Freundschaft Genossin» ist an einem spannenden Punkt angekommen. Einerseits schreibe ich bereits kurze Stücke für den Roman, von denen ich noch nicht weiss, wie ich sie später zu einem Ganzen verweben werde.

Zum anderen arbeite ich in meinem Büro an den unterhalb des Romans liegenden Schichten. Ich schreibe eine Schicht, wechsle zur nächsten, komme am folgenden Tag vielleicht zur ersten zurück. Die  Vorbereitungen für eine lange Erzählung oder einem Roman besteht für mich darin anfangs eine Basis für diese Geschichte zu erstellen, so etwas wie ein geschriebenes Fundament. Wie viele Schreibende habe ich zwar auch  – noch vom ersten Teil «Der Pilgerweg heim» – eine Beschreibung der einzelnen Charaktere, mit Alter, Eigenheiten, körperlichem Erscheinungsbild, bis hin zur Haarfarbe, Augenfarbe. Das gehört zur handwerklichen Vorarbeit. Diese Liste wird während des Schreibens erweitert, wenn neue Charaktere dazu kommen. Aus dieser ersten Exel-Datei beim ersten Teil der Trilogie hatte sich schon früh mein Wunsch nach weiterer Vorarbeit ergebe

Bei der Arbeit am Roman «Bonsai», dem zweiten Teil, schrieb ich zum Beispiel eine ausführliche Beschreibung der Kindheit von Antonin Maienfeld. Diese kurze Erzählung lag in ein Arven-Kästchen, ebenfalls Teil der Erzählung. Sie war bereit, vielleicht, im Verlauf der Entstehung von BONSAI aufgefunden zu werden, aber vielleicht auch nicht. Sie wurde nicht aufgefunden – der Protagonist John Maienfeld versucht aber selbst ein Kästchen aus Arven- oder Zirbenholz zu schnitzen.

Für «Freundschaft Genossin» habe ich von Anfang an mehrere Schichtungen, an denen ich arbeite. Ich habe die Qualität dieser Technik erkannt. Ich schreibe kurze Texte, von denen ich weiss, dass sie so nicht im späteren Roman auftauchen werden. Ich schreibe Zusammenfassungen von Büchern, die ich für das Thema recherchiere. Auch Bilder einer verstorbenen Künstlerfreundin habe ich für „Freundschaft Genossin“ im Atelier aufgehängt. Sie erinnern mich  an die Verletzlichkeit und die Stärke unserer inneren und äusseren Wildnis. Das ist ein Thema, das alle drei Teile der Trilogie gemeinsam haben.

Ich schrieb aber auch kürzlich einige kurze Geschichten über «Solidarität, Politik und Utopie» aus meinem Leben. Für mich ist es eine Aufwärmübung, von der vielleicht die eine oder andere Idee später in «Freundschaft Genossin» einfliessen wird.

Hier zum Beispiel folgt eine kurzer Textauszug, wie das Buch zu seinem Arbeits-Titel kam: «Freundschaft Genosse!» in der sonnigen Küche sitzt mein Mann am Frühstückstisch und blättert in einem Buch. Ohne aufzublicken antwortet er: «Freundschaft, Genossin!» – als sei das unser selbstverständlicher Gruss. Es ist der 1. Mai. Ich hatte in der Nacht von Wien geträumt.»

Eine weitere Schicht des Fundaments besteht aus meinem vor etwa zwei Jahren wieder aufgenommenes Studium des buddhistischen Grundlagenwerks «Bodhicharyavatara» (deutsch: «Der Pfad des Bodhisattva»). Aus dem Text – entstanden im buddhistischen Indien des 8. Jahrhunderts – nehme ich konkret die Originalverse und Kommentaren und schreibe sie auf . Es sind vor allem diejenigen, von denen ich glaube, dass ich sie als «Ideen» später in das Buch einfliessen lassen kann. Ich will dabei aber jede Spur von «Religiosität» auch in «Freundschaft Genossin» vermeiden. Der Text  ist ein zeitloses Werk über die menschliche Natur und wie wir unser Alltags-Leben verbessern können. Notizen für diese Schicht des geheimen Fundament mache ich mehrmals wöchentlich, mit Inspiration und Freude. Auch dafür habe ich ein Beispiel. Ich belasse die Zeilen im Englisch, ich habe keine befriedigende Version dieses extrem komplexen alten Sanskrit-Textes auf Deutsch gefunden.

8.173: And so it is that if I want contentment // I should never seek to please myself. // And likewise, if I wish to save myself, // I’ll always be the guardian of others.

8.174: To the extent this human form // Is cosseted and saved from hurt, // Just so, just so, to that degree, // It grows so sensitive and peevish.

8.175: For those who fall in such a state, // The earth itself and all it holds, // Are powerless to satisfy. // For who can give them all they grave?

 

Buch-Blog «Freundschaft Genossin»

25.02.2021 Allgemein Keine Kommentare

 

BLOG ZUM BUCH: «Freundschaft Genossin» ist ein neuer Roman an dem ich schreibe. In diesem BLOG will ich mehrmals pro Monat über meine Arbeit am Text berichten.

Umherschweifen – das ist ein wirklich altmodisches Wort. Doch trifft es genau das, was ich während der Arbeit an einem großen Projekt immer wieder benötige. Manchmal gehe ich dann in einer Arbeitspause auf unserem Grundstück umher, ohne Ziel, ohne Aufgabe. So nehme ich den Druck von meinem Geist, nachdem ich während mehrerer Stunden sehr zielgerichtet gearbeitet habe.
Dieses ziellose Wandern, das ich auch gerne und lange in einer bekannten Landschaft mache, verhilft mir immer wieder zu überraschenden Ausblicken. Beispiel: Wir wohnen seit 20 Jahren in einem spätbarocken Bauernhaus im Kanton Luzern/Schweiz. Auf einer Seite geht unser Grundstück weit bergab. Früher war diese Wiese eine intensiv benutzte eine Kuhweide. Viele Hochstamm-Obstbäume sind noch geblieben, manche waren schon so alt, dass sie in den letzten Jahren gestorben sind. Die Mostbirnen-Bäume sind ebenfalls älter als 80 Jahre. Vor kurzem bin ich – als noch Schnee lag – den kleinen Bach entlang gestapft, der auf einer Seite das Grundstück abgrenzt, Blick nach unten gerichtet. Dann stand ich plötzlich vor einem dicken Baumstamm, schaute auf. Ich erkannte ihn kaum. Hatte ich ihn bisher so wenig beachtet? Dieser alte Birnbaum steht am nördlichsten Punkt unseres Grundstücks. Er ist vom Haus aus nicht sichtbar, eine Scheune verdeckt ihn. Aber trotzdem: „Wie kann es sein, dass mir dieser Baum so wenig bekannt ist?!“ Ich habe ihn an diesem Wintertag lange angesehen, von allen Seiten, die Höhlen in seinem Stamm , die Zeichen alter Bruchstellen. Auch fotografiert habe ich ihn.
Seither gehe ich regelmäßig zu dem Baum, um ihn besser kennenzulernen. Es ist Teil meiner Arbeit geworden, den Baum zu besuchen, zu beachten, die Vielschichtigkeit seines Holzwesens zu erforschen, wie und ob er sich verändert, jetzt, wo langsam der Frühling kommt. Als es nach langem Schneefall taute, sprudelten rund um den alten Baum kleine Quellen aus der Wiese. Einige Tage später waren sie wieder verschwunden.

Ob dieser mehr als einhundertjährige Birnbaum jemals in dem neuen Roman «Freundschaft Genossin» auftauchen wird, ist ungewiss. Ein Teil der Vorbereitung zu einem Schreib-Projekt besteht für mich darin, „den Boden vorzubereiten“. Ich könnte es auch so beschreiben: Ich webe einen – später vielfach unsichtbaren – Teppich aus Bildern und Geschichtsfetzen. Dieser liegt später unter der neuen, der für alle sichtbaren und lesbaren Erzählung.

Auch mein kürzlich erschienener Roman BONSAI hat Teile, die ausdrücklich nur als Vorbereitung geschrieben wurden. Zum Bespiel liegen in einem für die Geschichte erfundenen Arven-Kästchen Aufzeichnungen aus der Kindheit des Antonin Maienfeld versteckt. Ich habe sie erfunden, niedergeschrieben und nicht für den Roman verwendet. Sie blieben ein Geheimnis, bis zu seinem Roman-Tod – versteckt in einem imaginären Kästchen.

Zurück zur Arbeit an «Freundschaft Genossin»: eine weitere Vorbereitung zum Schreiben ist, wie schon im letzten BLOG erwähnt, ein buddhistischer Grundlagentext, der im 8. Jahrhundert in Indien geschrieben wurde. Das «Freundschaft» im Arbeitstitel des Romans bezieht sich zwar einerseits auf konkrete Erfahrungen mit der sozialistischen Partei im Wien meiner Kindheit, ist aber auch ein Begriff, den ich genau untersuchen will. Taugt er noch für kommende Real-Utopien?
Das Ideal des Bodhisattva im Mahayana-Buddhismus betrachte ich in der Essenz als einen sehr frühen Versuch, sich vollständig und ohne Hintertüren mit der gesamten Welt, so wie sie uns im Moment erscheint, zu befreunden. Der Titel hat also durchaus auch eine buddhistische Färbung.

Anmerkung: Ich habe vor zwanzig Jahren eine Auftragsarbeit als Übersetzerin angenommen, die mich sehr viel Zeit gekostet hat. Es ging darum einen sehr komplexen, mehr als fünfhundertseitigen Kommentar, zum neunten Kapitel des Textes „Bodhicharyavatara“ von Shantideva zu übersetzen. Damals habe ich mich mit den verschiedensten Übersetzungen des dem Kommentar zugrunde liegenden Originaltextes in Versen in westliche Sprachen beschäftigt. Das hat mir wiederum auch bei meinem persönlichen Studium und der Praxis des Dzogchen geholfen.

Im letzten Jahr habe ich eine mich inspirierende Übersetzung der Originalverse ins Englische, von der Padmakara Übersetzergruppe gefunden, dazu den zeitgenössischen Kommentar einer buddhistischen Lehrerin.
Aus diesem Buch nehme ich nun als – unsichtbare – Ergänzung meiner Recherchen und Schreibarbeit jeweils eine Strophe, die mich besonders berührt Ich schreibe sie heraus, übersetze sie für mich ins Deutsche und bleibe ein bis zwei Tage mit diesem Vers.
Für den Anfang hatte ich mir einen Vers vom Ende des Buches ausgesucht, aus der Widmung. Diesen will ich hier teilen, eigentlich ohne weiteren Kommentar, aber mit dem Hinweis, dass dieser Text, wie oben erwähnt, 1200 Jahre alt ist:

10.26

May children and the old, the weak, protectorless,
Bewildered in the wild and pathless wastes,
And those whose minds are dulled, and all who are insane,
Have pure celestial beings as their guardians.

Mögen die Kinder und die Alten, die Schwachen, die Schutzlosen,
Diejenigen, die verwirrt in unwegsamer Wildnis sind,
Auch jene, deren Geist dumpf ist oder ihm Wahn,
Mögen sie alle reine himmlische Wesen als Schützer haben.

Wie ein Buch gemacht wird

14.11.2020 Allgemein Keine Kommentare

 

Heute widme ich diesen Blog-Beitrag der Buchproduktion. Wie wird aus einem fertig geschriebenen Text ein Buch?

Viele Menschen, die Bücher lesen, wissen wenig über die Herstellung und den Vertrieb des Buches, das sie soeben lesen. Heute schreibe ich über die materiellen Gegebenheiten für diejenigen, die Bücher schreiben.

Ich betrachte meine Arbeit als die einer Erzählerin. Als solche möchte ich das Erzählte gehört, oder besser noch gelesen wissen. Eine Geschichte, ein Roman, das ist für mich ein Geschenk an die Welt – und das Geschenk soll ankommen. Geschenk ist es deshalb, weil, wie ich gleich berichten werde, das, was ich schreibe, keinen realen Gegenwert in der materialistischen Welt des Geldes findet. Und zwar deshalb:

Als Autorin hatte ich ab 1993 einen Literatur-Agenten, bis dieser sich altershalber zurückzog. Da war ich selbst schon fast 60. Nun ist es so, dass eine nicht sehr bekannte Autorin vom Verlag bei einer Buchpublikation ein Autorenhonorar von etwa 10 – 15% des Buchpreises zugeschrieben bekommt. Ist es ein Taschenbuch mit Auflage 1000 Stück, von denen jedes 20.- CHF oder Euro kostet, ergibt das, falls alle Kopien verkauft werden, ein Honorar von 2000.- CHF oder Euro. Die Agentur erhält einen Anteil dieses Autorenhonorars, ca. 3-5%, also eigentlich nicht sehr viel. Falls die Autorin einen Bestseller landet, hat sich die Investition für die Agentur gelohnt. Agenten sind gut vernetzt und investieren gerne in junge Talente, da besteht die Möglichkeit einer jahrzehntelangen immer erfolgreicheren Geschäftsbeziehung.

2014 – nach einigen erfolglosen Versuchen eine neue Agentur zu finden – bot ich meinen Roman «Der Pilgerweg heim» großen Verlagen an. Denn diese sind die einzigen, deren Buchauflagen hoch sind – wo ich also auch die Chance auf mehr Einkommen durch den Verkauf des Buches habe. Vor allem aber bringt das Prestige, in einem grossen Verlag ein Buch zu veröffentlichen,  und das Marketing des Verlagshauses, die Aufmerksamkeit der Medien. Was sich wieder auf die Verkaufszahlen auswirkt. Unaufgefordert eingesendete Manuskripte werden von Verlags-Voluntären mit einem Formbrief versehen und wieder an mich zurückgesendet. Eigentlich gibt es für unaufgefordert eingesandte Manuskripte kein Recht auf Rücksendung oder Antwort.

 

«Mein Geschenk an die Welt» trifft also auf eine harte kommerzielle Maschinerie. Im Verlagswesen befinden sich zwar viele Menschen, die Bücher gerne haben, Menschen, die glauben zu wissen, was ein guter Text ist. Sie wissen, was ihr Verlag in diesem Moment an Texten braucht. Feinfühlige und gebildete Menschen füttern eine Maschinerie, für die sie arbeiten und die ich als Autorin mit meinem «Geschenk» füttere. Diese Verlags-Maschinerie ist  kommerziell ausgerichtet. Viele Verlage sind in den letzten Jahrzehnten zugrunde gegangen und wurden als Hüllen von grossen Verlagshäusern aufgekauft und weiter verwertet. Nach Aussen existieren sie weiter, mit eigenen Namen, doch sie sind ohne Wissen der Leser, Teil eines  Imperium geworden.

Entscheide ich mich also bei einem der mittelgroßen Verlagshäuser im deutschsprachigen Raum zu publizieren, gehört dieses meist einem großen Konzern. Ich muss, bevor ich einen Text einsenden darf, im Voraus einige Fragen beantworten, mit einem druckfähigem Foto von mir: Habe ich Instagramm und Facebook? Wie viele Follower/Freunde? Kann ich Kurse geben? Bin ich bereit Internetauftritte zu machen? Und – jetzt kommt der Knackpunkt: Bin ich bereit 300 Exemplare meines Buches bei Erscheinen des Buches abzunehmen? Da ich rechnen kann weiss ich, dass diese 300 Exemplare in etwa den Druckkosten entsprechen. Ich soll also den Druck für mein Buch, schön verkleidet, selbst bezahlen, damit mein Text in einem mittelkleinen Verlag mit klingendem Namen veröffentlicht wird. Das Buch bliebe dann maximal zwei Jahre im Buchhandel erhältlich. Danach wird die Restauflage entsorgt. Diese könnte ich dann zu einem Spezialpreis ebenfalls kaufen. Vorteil ist –  auch diese mittelgroßen Verlage haben gute Marketing-Abteilungen und ich kann durch sie bekannt werden .

Als ich mich 2014 entschlossen hatte, nach einer langen Pause wieder ein Buch zu publizieren – den ersten Band der Trilogie Der Pilgerweg heim, habe ich mich mit den verschiedenen Möglichkeiten beschäftigt. Im Hintergrund hatte ich mein eigenes Wissen zum Thema kleine Verlage und deren Vertriebssysteme. Alle Angebote, die ich damals von mittelgrossen oder kleinen Verlagen erhielt, waren darauf ausgerichtet, sich nicht nur meinen über viele Jahre gewachsenen Text, also meine Arbeit,  beinahe gratis einzuverleiben, sondern auch darüber zu bestimmen, ob er relativ schnell wieder von der Erdoberfläche verschwinden würde. Den Druck sollte ich zum grossen Teil – indirekt durch Buchabnahmen – auch noch bezahlen.

Daher habe ich mich entschieden, die Trilogie einem winzigen Verlag in der Schweiz anzuvertrauen, der keine Bezahlung für das Verlegen des Buches von mir verlangt und der die Bücher so lange in der Backlist behält, wie Exemplare verfügbar sind. Leider hat er keine eigene Marketing-Abteilung. Um Werbung muss auch ich mich bemühen.

 

Das Foto zeigt den Druck des Einbandes vom ersten Band der Trilogie «Der Pilgerweg heim», 2015, auf einer Buchdruckmaschine.

 

BONSAI. Roman. erscheint im November 2020 im Garuda Verlag Schweiz

Bestellen können Sie das Buch in Ihrer Buchhandlung oder direkt beim Verlag:

 ISBN  978 3 906139 38 8 // Softcover, 202 Seiten //  Schongau 2020, € 17.90 // CHF 19.80

Garuda Verlag //  CH-6288 Schongau, Schweiz // info@garudabooks.ch // shop.garudabooks.ch